Foto: Arche Noah
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Warten auf ein neues Glück …

Tiere können nicht für sich selbst ihre Stimme erheben: So kämpft der Aktive Tierschutz Austria seit über 44 Jahren gegen Tierleid und sucht für die Tierheimbewohner ein passendes Zuhause. Es ist eine tägliche Achterbahnfahrt zwischen Freude und Leid, Leben und Tod.

VON KATHARINA GRÜNDL

Grafik: © Gerry Lagler
Grafik: © Gerry Lagler

Helfen Sie den Tieren!

Das geht nur mit Ihrer Unterstützung! Helfen Sie mit, dass die Katzen und Hunde nicht in kleinen Käfigen sitzen müssen und die Hunde nicht in Zwingern ausharren müssen. Klettern und Auslauf sollen ihren Tierheimalltag begleiten.

 

Schenken Sie den Arche Noah Schützlingen ein Tierheim ohne Gitter und helfen Sie mit einer Spende!

 

Kontoinhaber: AKTIVER TIERSCHUTZ
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BIC: RZSTAT2G
BETREFF: „Styriarche“



Am Rande der zweitgrößten Stadt Österreichs, am Grazer Neufeldweg, wo man schon eher das Gefühl hat, am Land zu sein, befindet sich eines der größten Tierheime des Landes. Jeder der sich nähert, bemerkt sofort: Hier sind Tiere zuhause. Spaziergänger mit Hunden unterschiedlichster Rassen kommen entgegen und das Gebell ist unüberhörbar. Viel leiser verhalten sich die Bewohner im Innern. Die Katzen. Doch egal ob lautes Gebell oder leises Schnurren, eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie können nicht ihre Stimme für sich selbst erheben. Sie brauchen eine starke menschliche Vertretung. Tierschützer, die für jedes Tier und um jedes Leben kämpfen.

Geschichten von entsetzlichem Tierleid

Und es wird gekämpft. Jeden Tag. Jede Stunde. In jedem Moment. Es sind Geschichten, die die Mitarbeiter des Aktiven Tierschutz jeden Tag erleben. Oft finden sie ein Happy-End. Aber leider nicht immer. Vor wenigen Tagen kam ein Findlings-Hundemädchen ins Tierheim Arche Noah. Nachdem ihr Gesundheitszustand bedenklich war und sie einer medizinischen Untersuchung unterzogen worden war, stand leider fest: Das etwa acht Wochen alte Baby leidet an Parvovirose, einer Virenerkrankung, die oft junge Hunde betrifft, die viel zu früh von ihrer Mutter weggenommen werden, deshalb keinen vollständigen Immun- und auch noch keinen Impfschutz haben und oft illegal aus dem Ausland importiert werden. Es wurde alles unternommen, um sie gekämpft. Doch die Kleine hat ihren Kampf ums Überleben verloren. Es sind Fälle wie dieser, warum der Aktive Tierschutz seit Jahren gegen den illegalen Welpenhandel vorgeht. Ein anderer Fall: Ein Schäferhund wurde mit einem verbotenen Korallenhalsband, das durch Stacheln tiefe Wunden in seinem Fleisch hinterlassen hat, gefügig gemacht. Nun wartet er in der Arche Noah auf einen neuen Platz. Und das Leid vieler Katzen, die sich durch fehlende Kastration unkontrolliert ausbreiten oder schlecht gehalten werden, ist tägliche, traurige Realität: Ein Mann alarmierte kürzlich die Tierrettung des Aktiven Tierschutz und bat am Telefon, Gift mitzubringen, da er nicht mehr weiß, wohin er mit den vielen Katzen soll. Sie wurden gerettet. Vor einigen Tagen mussten dutzende Katzen aus einem völlig verwahrlosten Haushalt abgeholt werden. Solche tragischen Geschichten ereignen sich jeden Tag …

Jedes Tier wird versorgt

Seit über 44 Jahren kämpft das Team des Aktiven Tierschutz Austria und des Tierheims Arche Noah darum, in Not geratenen Tieren zu helfen. Mit einer Kapazität von 163 Hunden und 204 Katzen gibt es kein anderes steirisches Tierheim, das sich um so viele Notfälle, abgegebene und amtstierärztlich abgenommene Haustiere kümmern kann.
Das Tierschutzhaus Arche Noah am Neufeldweg ist damit zu einer namhaften Begegnungszone zwischen Mensch und Tier geworden. Dabei geht es aber bei weitem nicht nur darum, für Tiere ein neues Zuhause zu finden, sondern auch um umfassende Tierschutzarbeit in der gesamten Steiermark.

Fleißaufgabe Tierrettung

Das Tierheim wird zwar zu einem Teil durch das Land Steiermark finanziert, da es den öffentlichen Auftrag erfüllt, Tiere zu verwahren, doch es gibt etliche weitere Ressorts des Vereins, die nicht wegzudenkende Tierschutzarbeit leisten. Das Tierinspektorat kontrolliert schlechte Haltungen und hilft dabei, Tiere aus widrigen Lebensumständen zu befreien und auch die Tierrettung ist unermüdlich im Einsatz. Mit über 800 Anrufen und rund 5.500 km gefahrenen Kilometern pro Monat ist es möglich, verletzte oder ausgesetzte Tiere von der Straße zu holen und ihnen eine zweite Chance zu geben. Es gibt keine zweite Organisation, die steiermarkweit mit einer Tierrettung im Einsatz ist. Auch die Katzenhilfe und Pferdehilfe sind vor Ort unterwegs und tragen dazu bei, dass sich unkontrollierte Katzenvermehrung und deren Leid nicht noch weiter ausbreiten oder dass geschundene und alte Pferde auf Partner-Pferdehöfen wieder artgerecht leben können. All diese Ressorts werden rein durch Spenden finanziert. In der Tierarztpraxis in der Arche Noah finden jährlich 34.000 Behandlungen statt und 8.000 interne und externe Patienten werden versorgt. Bei Problemen im Bereich des Bewegungsapparates ist auch eine physiotherapeutische Behandlung möglicht.

Warum ins Tierheim?

Es ist keine Schande, ins Tierheim zu kommen, wenn man mit seinem Haustier nicht mehr zurechtkommt. Eine Schande (und strafbar!) ist es aber, seinen tierischen Begleiter irgendwo auszusetzen, anzubinden, im Müll zu entsorgen oder ihn zu misshandeln oder zu quälen. Die Gründe, warum ein Tier ins Tierheim kommt, sind vielfältig: Überforderung, Wohnungs- oder Arbeitswechsel, Trennung, Unverträglichkeit mit anderen Tieren oder Kindern und viele, viele Gründe mehr. Oftmals sind es auch fehlende Erziehung und mangelnde Haltungsbedingungen, die Tiere in die Arche führen. Erst mit viel Geduld von Seiten der Tierpfleger und Trainer können solche Tiere wieder gut (re-)sozialisiert werden. In einem Tierheim auf einen neuen Besitzer zu warten oder in einem Tierheim zu arbeiten, ist für Tier und Mensch eine tagtägliche Achterbahnfahrt der Gefühle.